06.10.2021 / Michael Quente

#gemeinsam agieren # Autobahn und Straßen.NRW auf Kurs bringen

Teilnehmer*innen von Straßen.NRW und Autobahn GmbH bei der ersten gemeinsamen Personal- und Betriebsräteschulung in Legden (Foto: ©Peter Beiske, komba FG)

Klartext! - komba - Info - Oktober 2021

Liebe kombanerinnen und kombaner bei Straßen.NRW & Autobahn GmbH, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Am 30.09./01.10.2021 setzten sich kombanerinnen und kombaner Personal- und Betriebsräte von Straßen.NRW und der Autobahn GmbH (Hinweis: Alle Teilnehmer*innen waren genesen oder geimpft, negativ getestet) erstmals gemeinsam an 2 Tagen intensiv mit den jüngst erfolgten Personalrats- bzw. Betriebsratswahlen, der aktuellen Situation bei Straßen.NRW und der Autobahn GmbH, der anstehenden Tarifrunde zum TV-L samt damit zusammenhängender Forderungen für den Beamten*innen-Bereich sowie der anstehenden Modernisierung der komba nrw auseinander.

Wir freuen uns sehr, dass wir auch unseren komba Bundes- und Landesvorsitzenden NRW, Andreas Hemsing, zu dieser Veranstaltung begrüßen durften und mit ihm in einen gemeinsamen intensiven Austausch zu aktuellen Themen rund um die Personalrats- und Betriebstätigkeiten samt entsprechender tarif und beamtenrechtlicher Fragestellungen treten konnten.

Die fulminanten Ergebnisse bei der Autobahn GmbH belegen, dass der enge Schulterschluss und das hohe Engagement der im dbb tarifunion vereinten Fachgewerkschaften komba, VDStra. und BTB bei den Wählerinnen und Wählern auf eine hohe Anerkennung gestoßen ist. Damit sind diese 3 Fachgewerkschaften der dbb tarifunion die führenden Gewerkschaften in der Autobahn GmbH!

Positiv ist zu vermelden, dass sich die vereinbarten tarif- und beamtenrechtlichen Regelungen zum Personalübergang zur Autobahn GmbH bewährt haben. Sie bilden ein solides Fundament, um Besitzstände abzusichern und Personalentwicklung attraktiv gestalten zu können. Nun gilt es aber auch die derzeitigen Anlaufschwierigkeiten bei der Autobahn GmbH zu beseitigen. Dazu müssen bürokratische Hürden abgebaut, Stellenbewertungen und Höhergruppierungen beschleunigt, Dienstvereinbarungen geschlossen, IT- und Finanzprobleme in den Griff bekommen und weiter an der Standardisierung von Arbeitsprozessen gearbeitet werden. Wir stehen sowohl den Beschäftigten, als auch der Autobahn GmbH als konstruktiver und verlässlicher Partner zur Seite und bleiben für die Kolleginnen und Kollegen am Ball.

Beide Institutionen stehen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte in einem leergefegten Arbeitsmarkt und kämpfen mit den Problemen der rasant fortschreitenden demographischen Entwicklung. Während die Autobahn GmbH mit Aufbau- und Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat, leidet Straßen.NRW noch immer unter dem enormen personellen Aderlass.

Dennoch freuen wir uns sehr, dass es insbesondere aufgrund der Hartnäckigkeit und konstruktiven Arbeit der komba gelungen ist, den durch die Entflechtung zur Autobahn GmbH drohenden Abzug von 2.500 Stellen um ca. 500 Stellen deutlich zu reduzieren und den –schon 2015 eingeleiteten Crashkurs des Landesbetriebs zu stoppen. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Beschäftigten und für einen zukunftssicheren Landesbetrieb ernst.

Gleiches gilt für die teilweise eingeleiteten Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung von Straßen.NRW; beispielsweise die Modernisierung von Aufstiegs- und Überleitungsverfahren oder aber die nun vorgesehenen monatlich statt jährlich durchgeführten Beförderungsrunden.

Diese und weitere Maßnahmen scheinen aber noch nicht in allen Häusern bei Straßen.NRW „angekommen“ zu sein, so dass wir die Verwaltung weiter drängen werden, diese guten Instrumente mehr in der Praxis zu nutzen, um echte Personalentwicklung für entwicklungsbereite und gute Kolleginnen und Kollegen zu schaffen! Die Möglichkeiten der geltenden Allgemeinen Rundverfügungen müssen einheitlich im Landesbetrieb gelebt werden.

Gleiches gilt für die dringend notwendige Schaffung von Stellen in allen Bereichen. Wir müssen jetzt handeln und es gibt gute Konzepte. Wir haben kluge Ideen eingebracht und auch die Verwaltung hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Jetzt gilt es, diese Konzepte und Ideen umzusetzen, damit wir unsere Belegschaft nicht überfordern und allein lassen.

Es gibt genug Arbeit, die muss aber erledigt werden können. Das Stellenvolumen ist bekannt, die Auftragslage ist bekannt; die Überlastung vieler Kolleginnen und Kollegen ist aber ebenfalls bekannt und jetzt gilt es, die gewaltigen Herausforderungen in den Bereichen Radverkehr, Digitalisierung, E-Mobilität, Klimaschutz, etc. anzupacken.

Straßen.NRW hat einen guten Weg geebnet. Jetzt muss er nur gemeinsam gegangen werden!

Mit Blick auf die anstehende Tarifauseinandersetzung im TV-L und allen damit zusammenhängenden besoldungs- und beamtenrechtlichen Fragestellungen gilt es für alle Beschäftigten: Zeigt Flagge, macht Druck und organisiert euch in einer guten Gewerkschaft. Die Arbeitgeberseite bewegt sich nur, wenn der Druck der Beschäftigten samt ihrer berechtigten Forderungen auch sicht- und spürbar wird.

Das geht nur in einer Solidargemeinschaft und am besten mit der komba und ihren Schwestergewerkschaften in der dbb tarifunion. Es ist enorm wichtig, bei den Tarifverhandlungen zu zeigen, dass hinter den Forderungen unserer dbb-Gewerkschaften auch Bedienstete des öffentlichen Dienstes stehen. Erzeugen wir keine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und gegenüber den Arbeitgebern schwächt dies eine Durchsetzungskraft bei den gewerkschaftlichen Forderungen.

Gemeinsam von Kollegen*innen für Kollegen*innen!

Das muss unser aller Anspruch sein! Lasst es uns gemeinsam anpacken!

Möglichkeiten schaffen!

Eure komba Fachgruppe Straßenbau

 

Beschäftigten-Info als PDF-Dokument zum Downloaden

 

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